Gemeinde Schefflenz

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Gelungene Premiere im Schefflenzer Rathaus - Uli Körber stellt Gemälde und Materialcollagen aus

Von Peter Lahr


Mittelschefflenz. „Das Beste, was der Künstler gibt, ist Abglanz dessen, was er liebt.“ Mit den Worten des gründerzeitlichen Schriftstellers Ernst Eckstein eröffnete Bürgermeister Rainer Houck am Freitagabend das Schefflenzer Rathaus zu einer Premiere. Unter dem Titel „Kraft aus Farben und Formen“ zeigt Uli Körber abstrakte Acrylbilder und Materialcollagen aus Natur-Fundstücken.

Dass Schefflenz an diesem Abend genau zwischen Paris und Wien lag, daran hatten zwei junge Sängerinnen nicht unerheblichen Anteil. So groovte Körbers Tochter Romy die „Journey“-Ballade „Don’t Stop Believing“, während Andrea Radner kaum weniger Gänsehaut-Feeling verbreitete, indem sie Ina Regens „Wie a Kind“ anstimmte. Beide begleitete Rupert Laible so routiniert wie improvisationsfreudig am E-Piano.

„Das Rathaus soll ein offenes Haus für die Bürger sein neben den Amtsgeschäften auch Raum für Kunst, Kultur und Begegnungen bieten“, unterstrich Rainer Houck. Der Schultes freute sich darüber, dass mit Uli Körber ein „waschechter Schefflenzer“ die Premieren-Vernissage gestaltete und dass über 150 Gäste gekommen waren. Der Graphik-Designer und Moto-Cross-Fahrer streife bereits seit Dienstag durch das Gebäude. Unübersehbares Ergebnis dieser Interventionen:  „Es wird von Stunde zu Stunde bunter.“
„Man sagt, dass Kunstwerke faszinieren, weil sie es uns ermöglichen, die Welt durch die Augen des Künstlers zu betrachten“, begann Künstlerin Heide Weber ihre Laudatio. Und sie erinnerte sich an das erste Zusammentreffen mit Uli Körber vor einigen Jahren: „Ich stand einem Mann gegenüber, der mit seinen Werken etwas zum Ausdruck bringen wollte, das lebendig und faszinierend zugleich war.“ Besonders habe sie überrascht, mit welcher fast zärtlichen Berührung er über seine Holzskulpturen strich. Und genau diese wunderbaren und einzigartigen Holzkunstwerke hätten sie von Anfang an begeistert.
In seinen abstrakten Gemälden erlebe man ein Feuerwerk der Gefühle. Denn Uli Körber trage seine Farben mit mutigen Pinselstrichen auf. Die „Achterbahn der Gefühle“, die Körber in den letzten Jahren durchlebt habe, Hoffnung und Angst, ließen sich dort ablesen. Deshalb freue es sie besonders, dass die letzten Werke Körbers über einen fröhlichen, lebensbejahenden Ausdruck verfügten.

So tauche immer wieder ein Blau auf, das ins Türkis übergehe und bei ihr die Sehnsucht nach dem Meer wecke. Aber auch Vulkanerde könne dem Betrachter bei einigen Kunstwerken Körbers  begegnen – eine Reminiszenz an schöne Urlaubstage auf Lanzarote. „Was ich an Uli besonders schätze, ist, dass er ohne Angst sich an neue Techniken wagt, ausprobiert und sich sagt: Entweder wird’s was oder es wird übermalt.“ Einen letzten Wunsch gab sie dem unermüdlich Sammelnden mit auf den Weg: „Behalte deine Spontaneität. Lass dich nicht in irgendein Raster bringen, bleib, wie du bist.“
„Unser Leben ist ja bekanntlich immer nur so bunt, wie wir es uns ausmalen“, erklärte Landrat Dr. Achim Brötel in seinem Grußwort, weshalb Kunst eine Kraftquelle darstelle, die nie versiege. Der Redner bedankte sich für eine weitere Auflage der „Körber-Welten“, deren erste 2016 im Landratsamt stattgefunden habe. „Sie haben inzwischen einen ganz eigenen, nämlich ihren Stil entwickelt“, lobte Brötel.

„Es macht mich glücklich und stolz, hier ausstellen zu dürfen“, zeigte sich Uli Körber in seinen Dankesworten gleichermaßen „gerührt wie berührt“. Durch seinen Beruf sei er ja schon über 30 Jahre lang kreativ. Doch gehe es da stets darum, die Wünsche der Kunden umzusetzen. Nun könne er in seinen Kunstwerken seine eigenen Empfindungen und Ideen ausdrücken. „Angefangen habe ich mit einem Stück Kirschenholz, an dem ich so lange schliff, bis es mit gefiel. Das war wie eine Meditation“, erinnerte sich Körber. Auch bei seinen Gemälden sei der Weg das Ziel: „Ich lege los und irgendwann kommt etwas dabei raus, ich lasse es passieren.“

Info: Die Ausstellung ist bis 15. Juni im Schefflenzer Rathaus zu sehen. Geöffnet ist montags, dienstags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr; mittwochs zusätzlich von 15.00 bis 18.00 Uhr.
BUZ: „Die Formate werden größer und mutiger“. Erstmals wird das Schefflenzer Rathaus zur Galerie auf Zeit. Bei der Vernissage von Uli Körber (3.v.l.) wirkten mit: Bürgermeister Rainer Houck, Laudatorin Heide Weber, Andrea Radner, Romy Körber, Renate Körber und Landrat Dr. Achim Brötel (v.l.). 

Rainer Houck, Laudatorin Heide Weber, Andrea Radner, Romy Körber, Renate Körber und Landrat Dr. Achim Brötel (v.l.). 
Foto: Peter Lahr
Rainer Houck, Laudatorin Heide Weber, Andrea Radner, Romy Körber, Renate Körber und Landrat Dr. Achim Brötel (v.l.).
Foto: Peter Lahr