Gemeinde Schefflenz

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Jubilare

Zum 90. Geburtstag von Karl Otto Walter

Zum 90. Geburtstag von Karl Otto Walter

Vor kurzem feierte er mit seiner Frau das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Am 17. März wurde er 90 Jahre alt und erfreut sich bester geistiger Gesundheit. Seine Beine aber wollen nicht mehr so recht mitmachen. Die Rede ist von Karl Otto Walter, dem hoch verdienten Bürger von Schefflenz.  Er ist am 17. März 1926 als einziges Kind der Eheleute Otto und Ella Walter, geb. Quenzer, geboren. Seine Mutter starb eine Woche nach der Geburt, und die Großmutter Ida Quenzer übernahm die Mutterstelle. Der Vater ist im 2. Weltkrieg gefallen. Der Jubilar hofft, dass dessen Erkennungsmarke doch noch gefunden wird.

Nach der Grundschule in Oberschefflenz und Gymnasium in Mosbach wurde er zunächst im Herbst 1943 Flak-Helfer, im Juli 1944 Soldat. Im März 1945 geriet er zunächst in amerikanische, dann in französische Kriegsgefangenschaft. Nach einer leidvollen Übergangszeit wurde er einer Familie mit vier Kindern als Helfer zugeteilt, und als Feind gekommen, verließ er diese 1948 als Freund. Mit der Tochter dieser französischen Familie, damals noch ein Kind, korrespondiert Walter noch heute.

Nach der Heimkehr entschloss sich Walter zu einer Lehre als Elektroinstallateur. Gleichzeitig  meldete er eine Elektro- und Fahrradhandlung an. Nach der Gesellenprüfung Dezember 1950 arbeitete er schon auf eigene Rechnung. Ende 1950 heiratete der Jubilar Ruth, geb. Metzger. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Von den als Zwilling im Jahr 1952 geborenen zwei Mädchen starb das eine aber schon zwei Tage nach der Geburt. Der Tochter Ellen, der späteren Bankkauffrau, folgte 1955 der Sohn Jürgen. Von ihr gibt es schon eine Enkelin und einen Urenkel, während der Sohn Jürgen, Professor für Mechatronik an der TU Karlsruhe, zwei Söhne hat.

Walter legte schon 1954 die Meisterprüfung ab, und sein Wissen, seine guten Noten und sein Ansehen brachten ihm die Berufung in die Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer Mannheim ein. Zwischenzeitlich aber empfahlen ihm die Ärzte nach einer Bandscheibenoperation, den Beruf zu wechseln. Und so wurde er als technischer Oberlehrer im Jahr 1972 verbeamtet. Schon seit1965 hatte er als Nebenlehrer gearbeitet. Die von ihm ausgebildeten Lehrlinge, aber auch seine Schüler waren von seinen fachlichen und menschlichen Fähigkeiten begeistert. So ist es nicht verwunderlich, dass herzliche Verbindungen zu ihnen noch heute bestehen und viele von ihnen zu den Gratulanten gehörten.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 1989 widmet sich Walter verstärkt der Heimatforschung und der Mitarbeit bei den "Schefflenztalsammlungen". So hat er dort erst jüngst einen Raum mit Exponaten zur Milchwirtschaft gestaltet. Gerade ist er dabei, eine weitere Info-Trommel zum Thema Handwerksberufe anzufertigen. Die Vorsitzende des Vereins, Silvia Dorsch, war denn auch unter den Gratulanten. Höhepunkt der heimatkundlichen Arbeit Walters ist die Herausgabe der Chronik "Häuser und Leute von Oberschefflenz" (zusammen mit Ludwig Sommer) im Jahr 1999. Für dieses gewichtige Werk hat er 12 Jahre lang in akribischer Kleinarbeit Daten gesammelt und ausgewertet. Das Buch ist ein bleibendes und unschätzbares Geschenk an seine Heimatgemeinde. Ebenfalls seit 1999 schreibt Walter jedes Jahr für den Kalender "Unser Land", inzwischen wertvolle 15 Arbeiten, die er sicher noch vermehren wird.
 
Unter den vielen Gratulanten war auch Bürgermeister Rainer Houck, der persönlich und im Namen der Gemeinde Schefflenz Glückwünsche überbrachte. Er gratulierte auch im Namen der Kreis-CDU. Speziell bedankte sich Houck für die 20 Jahre Arbeit als Gemeinderat, zunächst in Oberschefflenz (6 Jahre) und dann für die Gesamtgemeinde. Die zwei Legislaturperioden, in denen Walter stellvertretender Bürgermeister war, fanden beim heutigen Bürgermeister berechtigte Anerkennung. Besonders rühmte er das Häuser-und-Leute-Buch, das wegen seiner Qualität in Recherche und Darstellung einmalig sei. Neben der Dankesurkunde der Gemeinde überreichte Houck ein passendes Geschenk und eine Urkunde des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.  

Text und Bild: Dr. K. W. Beichert